Bundesliga-Training im Lockdown-Modus

Der Lockdown ändert alles, auch die liebgewonnenen regelmäßigen und gemeinsamen Trainingseinheiten in der Sporthalle. Die Floorball-Bundesligateams der Red Devils vom WSV Rot-Weiß sind bereits Anfang November, also mit Beginn des zweiten Lockdown, größtenteils auf Online-Training umgestiegen. Zusätzlich trainieren alle Spielerinnen und Spieler individuell oder in Zweiergruppen.

Die Bundesliga-Damen der Red Devils vom WSV Rot-Weiß trainieren derzeit drei Mal pro Woche online via Jitsi und zusätzlich bis zu zwei Mal individuell (Foto: Verein)

Nach vier (Damen) bzw. fünf (Herren) absolvierten Pflichtspielen in der 1. Floorball Bundesliga wurde der Spielbetrieb Ende Oktober 2020 vorübergehend eingestellt. Die teuflischen Damen absolvierten ihr letztes Bundesligaspiel am 26. September 2020 gegen die Dümptener Füchse: Demnach ist das Team von Trainer Antti Koistinen nun vier Monate ohne Spiel. Die Bundesliga-Herren um Trainer Ralf Lisiecki bestritten am 25. Oktober 2020 ihr letzte Partie gegen den SC DHfK Leipzig, welches sie mit 7:8 gewannen – also nunmehr drei Monate ohne Spiel.

Die Bundesliga-Damen stellten unmittelbar nach Beginn des Lockdown ihr Training auf online um. „Dienstag, Donnerstag und Freitag treffen wir uns unter Anleitung von Antti Koistinen online auf der Plattform „Jitsi Meet“ zum gemeinsamen Training. Am Dienstag steht Krafttraining und am Donnerstag Techniktraining auf dem Programm. Am Freitag treffen wir uns, um verschiedene Dinge zu besprechen und vor allem die sozialen Kontakte untereinander zu erhalten. Zusätzlich absolviert jede Spielerin ein bis zwei Mal pro Woche ein individuelles Training, vor allem mit konditionellem Inhalt wie Läufe, Sprünge, Sprints und Kraft“, so Kapitänin Julia Diesener.

Bundesligaspieler und Damen-Trainer Antti Koistinen hält sich derzeit in Finnland fit und trainiert online weiterhin das Damenteam (Foto: Verein)

Die Bundesliga-Herren der Red Devils wählten einen anderen Weg. Hier erfolgt das Training seit dem Lockdown einzeln oder in Zweiergruppen. Trainiert wird mindestens drei Mal pro Woche, auf dem Plan steht ebenso Konditions- und Techniktraining, um sich vor allem mit und ohne Floorball-Stock einigermaßen fit zu halten. „Im November 2020 lief das Outdoor-Training zeimlich unkompliziert. Im Dezember und nun im Januar wurde es früh dunkel und das Wetter spielte nicht immer mit. Demzufolge musste sich jeder Spieler je nach privaten, schulischen und beruflichen Verpflichtungen das Training nach seinem Zeitplan eintakten. Über die absolvierten Einheiten bekomme ich von den Spielern via Tracking eine Rückmeldung. Das ist alles sehr einseitig, wir hoffen auf baldige gemeinsame Trainings“, so Ralf Lisiecki.

Der Floorball Verband Deutschland teilte kürzlich mit, dass der Bundesliga-Spielbetrieb am Wochenende des 27./28. März 2021 wieder aufgenommen werden soll. Ebenso soll der Pokalwettbewerb fortgesetzt werden. Beide Wettbewerbe sollen dann bis Juli/August 2021 gespielt werden, anstatt normal bis April/Mai. „Ob der Termin für den Re-Start der Bundesliga wirklich gehalten werden kann, steht angesichts der aktuellen Pandemie-Lage in den Sternen. Für die Spielerinnen und Spieler ist diese Situation unerträglich. Sie trainieren ohne wirklich ein Ziel vor Augen zu haben. Auch für unseren Verein sind organisatorische und finanzielle Details sehr schwer vorhersehbar und planbar. Wir benötigen vom Verband so schnell wie möglich Klarheit. Es muss eine Entscheidung her, so dass wir weiter planen können“, so Vereinsmanager Mario Vordank.

Lockdown-Training in Kleingruppen: Die Bundesliga-Wohngemeinschaft um Florian Hellmund (links) und Jannes Zilling (Mitte) trifft sich mit Bundesligaspieler Marvin Selzer zu regelmäßigen Laufeinheiten (Foto: J. Zilling)

Für klare Verhältnisse haben hingegen kürzlich die Floorball-Nachbarn in der Schweiz gesorgt. Hier wurde der Spielbetrieb der Saison 2020/2021 in allen Ligen, bis auf die höchste Floorball-Liga (NLA), komplett abgebrochen. Die NLA der Damen und Herren spielt ohne Zuschauer weiter, es wird aber kein Team absteigen. Für alle weiteren Ligen und Wettbewerbe wird ein spielerisches Ersatzformat entwickelt, so dass Groß und Klein sprichwörtlich am Ball bleiben.

Diese Form von Planungssicherheit würden sich die Red Devils vom WSV Rot-Weiß und mit Sicherheit viele andere Vereine auch wünschen. Jetzt ist also der Floorball-Verband gefragt!

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